• "Ich habe Spuren hinterlassen"
  • Diesen Clip können Sie sich nur unter www.wort.lu anschauen

    (aho) - Als die ersten Gerüchte über den Rücktritt des Wirtschaftsministers auftauchten, befand sich Jeannot Krecké gerade in Vietnam, um die Werbetrommel für Luxemburgs Wirtschaft zu schlagen. Anfang November des vergangenen Jahres dann bestätigte Krecké seinen freiwilligen Rückzug aus der Politik nach genau 30 Jahren. Kommenden Dienstag, den 31. Januar ist sein letzter Arbeitstag. Sein Nachfolger wird Etienne Schneider.

    „Ich habe deutliche Spuren hinterlassen“, sagt der scheidende Wirtschaftsminister laut einem Interview in der morgigen Samstagsausgabe des „Luxemburger Wort“.

    Krecké war 2004 angetreten, um „die Abhängigkeit der Luxemburger Wirtschaft von einem Sektor zu verringern“. Die Abhängigkeit vom Finanzsektor sei nach wie vor groß. Allerdings sei das Spektrum der alternativen Branchen breiter geworden und berge noch viel Potenzial, meint er mit dem Hinweis auf die Logistik oder Biotechnologie.

    Das persönliche Fazit seiner Amtszeit fällt positiv aus: „Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe auch wenn ich nicht alles erreichen konnte, was ich vorhatte.“

    Selbstkritik

    Selbstkritisch ist Krecké im Urteil über sein im April 2010 aufgelegtes 65-Punkte-Programm zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die anhaltende Kritik der Arbeitgeberverbände an der Konkurrenzsituation des Landes findet er „zum Teil berechtigt, weil einige Punkte des Programms nicht weit genug umgesetzt wurden.“ Beim Thema Energie bezeichnet er die fehlende Anbindung an das französische Stromnetz als „Schwachstelle in der nationalen Versorgungssicherheit“.

    Kommenden Dienstag wird Jeannot Krecké vom Großherzog verabschiedet. Gleichzeitig soll Etienne Schneider vereidigt werden. Für die LSAP bedeutet der Wechsel im Wirtschaftsministerium einen „neuen Moment, um neue Ideen und eine neue Arbeitsweise umzusetzen“, meint Krecké. „Ein neuer Minister hinterlässt andere Spuren. Das ist gut für die Partei“, ergänzt das scheidende Regierungsmitglied.

    Das ganze Interview mit dem scheidenden Wirtschaftsminister erscheint in der Samstagsausgabe des „Luxemburger Wort“.